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Hochwasserschutz HW 200,
Mainz-Rheinufer
Ökologische
Bauüberwachung und Neuanlage des Leinpfades
Zum
Schutz vor einem 200 jährigen Hochwasser wird derzeit am Mainzer
Rheinufer zwischen der Eisenbahnbrücke und dem Weisenauer
Zementwerk eine etwa 1,8km lange Stahlspundwand gebaut.
Aufgabe
unseres Büros ist die ökolgische Bauüberwachung
während der Spundungsarbeiten, die Neuplanung des Rheinufers,
sowie die Durchführung der Bauleitung für diese
Baumaßnahme.
Ökologische
Bauüberwachung
Nach
dem Bundesnaturschutzgesetz ist der Verursacher einer Baumaßnahme
dazu verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und
Landschaft zu unterlassen und unvermeidbare Beeinträchtigungen
auszugleichen.
In
der Baupraxis bleiben notwendige Schutzmaßnahmen oft
unberücksichtigt. Hier setzt die ökologische Bauüberwachung
an.
Der
Ausführenden Firma werden Schutzauflagen für Tabuflächen,
wertvolle Naturgüter und andere sensible Bereiche unterbreitet.
Kontinuierliche Präsenz und Prüfung vor Ort, sowie
regelmäßige Abstimmung mit den ausführenden Firmen
soll zur bestmöglichen Umsetzung des Naturschutzgesetzes
beitragen.
Viele
Unachtsamkeiten der Ausführenden sind besonders im Zusammenhang
mit Bäumen zu verzeichnen.
Einige
Beispiele aus der Praxis:
Unter
Bäumen gelagerte Paletten führen zur Verdichtung des
Wurzelbereichs. Selbige Wirkung hat das Befahren der sog.
Traufbereiche (Bereich unter der Baumkrone).
Viele
Baumarten, besonders Flachwurzler, vertragen kein Anfüllen von
Boden über ihrem Wurzelbereich. Unfachmännisch gekappte
Äste oder Verletzungen der Rinde durch Baumaschinen können
zu Fäulnis, sowie Pilz-und Bakterienbefall führen. Das
Abgraben im Feinwurzelbereich der Bäume für befestigte
Flächen führt durch die Wurzelverletzungen zu erhöhter
Krankheitsanfälligkeit.
Weitere
häufige Vergehen im Sinne der ökologischen
Bauüberwachung sind das unsachgemäße Lagern von
Treibstoffen und Abfällen, weitläufige Rodung zur
Baufeldfreimachung, das Befahren von Tabuflächen, sowie Verstöße
gegen Wasserschutzauflagen.
Erneuerung
und Bepflanzung des Leinpfades
Ausgangssituation:
Zur
Vorbereitung des Spundwandbaus am Leinpfad musste nahezu jeglicher
Gehölzbestand zwischen der Eisenbahnstrecke und dem Leinpfad
weichen. Die Zerstörung des Rad-und Fussweges durch die
Baumaschinen ließ sich nicht vermeiden.
Planung:
Der
Leinpfad wird in größtenteils in seinem bisherigen Verlauf
, bis auf einige Verschwenkungen, wiederhergestellt. Alle gerodeten
unter die Mainzer Baumschutzverordnung fallenden Bäume werden
durch neue Hochstämme ersetzt.
Zwischen
Leinpfad und der neuen Spundwand werden-in erster Linie zum Abdecken
der Stahlwand- neue Sträucher und Kletterpflanzen gepflanzt.
Es
handelt sich durchgehend um einheimische Gehölze wie Wildrosen,
Hartriegelarten und Schneebälle, die in einem bestimmten, sich
wiederholenden Raster, je nach Breite der Pflanzfläche angelegt
sind. In schmalen Bereichen kommen die Kletterpflanzen zum Einsatz,
die an einem Rankgerüst die Stahlwand erklimmen werden.
Nach
bisherigem Stand der Planung werden 5.000m² Saat und 4.000m²
Pflanzfläche angelegt und etwa 50 Hochstämme, vor allen
Säuleneichen, Vogelkirschen und Steinweichseln, gepflanzt.
Bauzeit:
Nach
dem Ende der Spundungsarbeiten im April 08 wird unverzüglich mit
der Erneuerung des Leinpfades begonnen. Danach werden alle Pflanz-und
Rasenflächen vorbereitet, sowie die Saatarbeiten durchgeführt.
Die Pflanzung wird aus vegetationstechnischen Gründen erst im
Herbst 2008 erfolgen.
Text und Bilder: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Schömann, Architektur für Garten und Landschaft, 04/2008
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